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Sonntag, 23. Juli 2017

Aktuell: der Fall "Quint Buchholz - Jungho Lee"

Einen etwas genaueren Blick auf den Fall "Quint Buchholz und Jungho Lee" hat Christine Knödler im Büchermarkt des Deutschlandfunks am Samstag, dem 22. Juli, im Rahmen der Sendung „Bücher für junge Leser“, geworfen. Den sehr differenzierten und wichtigen Beitrag kann man unter diesem link nachhören. 
Mit der gleichen Problematik wird sich auch der Bayerische Rundfunk am Sonntag, dem 23. Juli befassen:
Den Beitrag von Stefanie Metzger kann man abends ab 18:05 in BR2 im Rahmen des Kulturjournals in Bayern 2 hören.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Spreepartie mit den Tollen Heften in Berlin

Das druckfrische neueste Tolle Heft von Katrin Stangl war schon dabei in Berlin, im Ministerium für Illustration Berlin in der Chausseestraße 110.

In der schönen Galerie für Illustration von Sophia Martineck und Henning Wagenbreth waren Bloggerinnen und Blogger zu Gast, eingeladen von Stephanie Haerdle von Kirchner Kommunikation. 

  

Die Galerie war eine Station von vielen bei der originellen "Spreepartie", bei der auch die Tollen Hefte vorgestellt wurden. Mit dabei:  Herzpotenzial - Buchblog, FräuleinJulia, Klappentexterin, Literaturleuchtet, lustauflesen.de, Masuko13, Poesierausch, Schnitzel & Schminke, Sounds & Books, Zeichen & Zeiten.

  

Im Ministerium für Illustration hing noch die Ausstellung von Augenfalter - das sind: Inka Grebner, Urte von Maltzahn-Lietz, Gerlinde Meyer, Franziska Neubert, Julia Penndorf, Nadine Respondek-Tschersich, Petra Schuppenhauer und Katja Zwirnmann.

Die nächste Ausstellung, 
Steven Guarnaccia – Fatherland
wird am 13. Juli um 19 Uhr eröffnet und wird noch bis 5. August 2017 zu sehen sein. Steven Guarnaccia ist bei der Eröffnung anwesend. 


Ministerium für Illustration,
Chausseestraße 110
10115 Berlin
Gallery for contemporary popular drawings and prints
Do – Sa 13 bis 18 Uhr




Donnerstag, 6. Juli 2017

Das neue Tolle Heft Nr. 48 ist von Katrin Stangl


Am 6. Juli hat das Tolle Heft Nr. 48 das Licht der Welt erblickt. Es ist nach langer Zeit mal wieder ein Heft, 
das komplett analog hergestellt wurde: Katrin Stangl hat für ihre Illustrationen in 5 Sonderfarben manuelle 
Farbauszüge auf Transparentpapier gezeichnet. 



Das Memminger MedienCentrum hat noch alle Einrichtungen, die man für Filmmontage und Belichtung braucht, 
und die Mitarbeiter haben das Know-how und vor allem den Mut zu einer Technik, die - im Vergleich zur üblichen 
digitalen Druckvorbereitung - keine zuverlässigen Parameter hat, denn im Vorfeld kann man nur ahnen, 
wie das Produkt am Ende aussehen wird. 

  

Es sieht ganz wunderbar aus, und ist mal wieder ein besonders schönes Heft geworden. Katrin Stangls eindrucksvolle Illustrationen stehen neben Kindertexten, die als Faksimile abgedruckt sind. 
Die Illustratorin beschäftigt sich schon lange mit Kindertexten, die eine ganz eigene Kraft und Poesie haben: 

Die Libe

Warum Lipt man sich
Warum küst man.
Warum Heiratet man.

Ich weis Warum man sich Lipt.
Jar ich weis es
wen man sich mak Lipt man sich.

ich weis die
Sterne mögen Alle.

Die Sone get
unter wen die
Nacht nahet



Katrin Stangl und 21 Kinder
Die Hauskatze ist selten eine weiße
Die Tollen Hefte Nr. 48
32 Seiten, Original-Flachdruck-Graphik
mit 5 Sonderfarben und einer Beilage,
die als Spiel gestaltet ist.
Das Heft erscheint im September 2017 
bei der Büchergilde Gutenberg
und der edition Büchergilde

Donnerstag, 29. Juni 2017

Versteigerung von Original-Illustrationen erfolgreich abgeschlossen

Die seltene Gelegenheit, Original-Illustrationen für einen guten Zweck zu erwerben, wurde genutzt.

Illustrators for Three Peas



Versteigerung von Illustrationen für Flüchtlinge in Griechenland

Artwork auction helping stranded refugees in Greece
Artwork by some of the best loved children's book illustrators... original drawings from Axel Scheffler, Tony Ross, Lauren Child, Ros Asquith, Thomas M. Müller, Barbara Nascimbeni, Rotraut Susanne Berner, Chris Riddell, Moni Port, Philip Waechter, Anke Kuhl, Tony Ross.
Or limited prints by Oliver Jeffers or Ella Okstad or even a Liz Pichon Tom Gates doodle and much much more!

Come in and look...

All the funds raised will go to Three Peas charity, helping stranded refugee families and individuals in Greece.

To learn more about Three Peas, you can visit our website at www.threepeas.org.uk
Thank you.

Montag, 5. Juni 2017

Skandal um Plagiat

Plagiat nennt man die gröbste Art von Okkupation,
wozu Kühnheit und Unverschämtheit gehört 
und auch deshalb eine Zeitlang glücken kann... 
Armseligen Menschen verzeihen wir solche Kniffe; 
werden sie aber, wie es auch wohl geschieht, 
von talentvollen Personen ausgeübt, so erregt es in uns, 
auch bei fremden Angelegenheiten, ein Mißbehagen, 
weil durch schlechte Mittel Ehre gesucht worden, 
Ansinnen durch niedriges Beginnen.
Johann Wolfgang von Goethe„Meteore des literarischen Himmels“, 1820


Belohnung für Diebstahl
Im Zusammenhang mit Plagiatsvorwürfen fallen oft Begriffe wie „Verehrung“, „Zitat“, oder „Inspiration“. Dass die Grenzen zwischen Plagiat und Inspiration fließend sind, und es – juristisch – betrachtet schwierig ist, diese zu erkennen, zu ziehen und zu beurteilen, ist aus vielen Fällen in der Kunstgeschichte bekannt.
Der Koreaner Jungho Lee erhielt 2016 den großen internationalen World Illustration Award, verliehen durch The Association of Illustrators.  Jungho Lee imitiert, wie man hier unzweifelhaft sehen kann, nicht nur die Technik von Quint Buchholz, sondern auch Farbigkeit, Atmosphäre und Philosophie eines Künstlers, der sich mit seinen Bildern genau dadurch ein Alleinstellungsmerkmal über Jahrzehnte erarbeitet hat und international bekannt ist.
Skandalös ist, neben der Unverfrorenheit mit der der Koreaner Jungho Lee hier eindeutig und unzweifelhaft stiehlt, die Tatsache, dass eine Institution wie The Association of Illustrators dies nicht nur nicht erkennt, sondern den Dieb auch noch mit einem internationalen Preis belohnt.

Wer ist wer? Links die Originale von Quint Buchholz, rechts die Plagiate von Jungho Lee.

Nach meinem Protestschreiben an die preisvergebende Institution, bekam ich folgende Antwort: „...There was considerable debate during the judging process because of the similarities with Bucholz's work which of course we took very seriously. After much thought and consideration it was judged that while there are similarities in style, there is no direct copying...“ 

Demnach waren die Ähnlichkeiten mit Quint Buchholz der Jury durchaus bewusst und das halte ich für wirklich inakzeptabel. Gerade in Zeiten, in denen Urheberrechte mehr denn je gefährdet sind, sollten Institutionen, die sich, wie in diesem Fall, für die angewandte Kunst stark machen, die Rechte der Künstler verteidigen und sie nicht untergraben. Ich hoffe also, im eigenen und im Interesse aller Künstler, dass dieser Fall eine Öffentlichkeit bekommt, zumal Quint Buchholz einen großen Namen hat, den es zu verteidigen gilt.

Leider geht die Geschichte aus dem Jahr 2016 aber noch weiter: jetzt kündigt der Moses Verlag in München ein Buch von Jungho Lee mit folgendem unverfrorenem Werbetext an:

Jungho Lee
Promenade 
Gebundene Ausgabe
9. August 2017
16.95

"Zum Träumen und Sich-Verlieren. Jedes Buch ist der Beginn einer neuen Reise. In der Tradition von René Magritte und Quint Buchholz nimmt der südkoreanische Illustrator Jungho Lee alle Bücherliebhaber mit auf eine traumhafte Fahrt durch 20 atemberaubend schöne Szenen. Im luxuriösen Großformat, gedruckt auf extra-dickem Papier, lässt dieses Geschenkbuch Groß und Klein eintauchen in eine Welt voller Magie und Poesie." 
Wie sich die Bilder gleichen!

Ich würde mich über Solidaritätsadressen freuen unter der email Adresse: rsberner@t-online.de.
Unser Protest sollte sich auch gegen die Veröffentlichung des Buches im Moses Verlag richten. Der Verleger kennt unzweifelhaft das Werk von Quint Buchholz und scheut sich nicht, ein offensichtliches Plagiat zu verlegen, ja sogar mit dem Originalwerk von Quint Buchholz als Referenz zu werben. 

Rotraut Susanne Berner
Gründungsmitglied der „Stiftung Illustration“,
Autorin und Illustratorin

Übrigens: Jeff Koons wurde kürzlich zu einer Zahlung von 20.000 Euro verurteilt, weil er für eine farbige Skulptur ein schwarz-weiß-Foto des Fotographen Jean-François Baumet als Vorlage genutzt hat. Und das, obwohl sich Figur und Foto durch einiges unterscheiden. Hier kann man sich das genauer anschauen. 

Donnerstag, 1. Juni 2017

Zu Besuch in Burg Giebichenstein im Mai

Hier ein link auf meine Veranstaltung am 3. Mai in Burg Giebichenstein bei Professor Georg Barber (ATAK) und
Prof. Karin Schmidt-Rohland.

Montag, 22. Mai 2017

Trentino, Rovereto, Terragnolo. il Masetto

Il Masetto ist ein Haus im "Terragnolo", nahe bei Rovereto, zu dem man wandern und in dem man essen und übernachten kann. Giulia und Gianni bewirtschaften dieses schöne Haus im Wald auf ungewöhnliche Weise: 
  

 
Es gibt workshops und originelle Unternehmungen mit Kindern und Erwachsenen, immer rund um die Natur, um die Landschaft des Terragnolo, um bestimmte Themen und immer geht es auch um die Literatur. Auf der großen Terrasse vor dem Haus kann man also nicht nur köstlich essen, man kann sich auch Bücher aus den fahrbaren Regalen nehmen, sich einfach in die Sonne setzen und lesen, während die Ziegen auf der benachbarten Wiese grasen.
  

Die Gegend ist zauberhaft und ursprünglich. Der kleine Fluß Leno, der in die Adige, die Etsch mündet, ist in dieser Gegend noch wild mit riesigen Steinen, kleinen Wasserfällen und tiefen Aushöhlungen. 

    
Die Hänge auf beiden Seiten sind entsprechend ihrer Süd- oder Nordlage bepflanzt oder bewaldet - viele Terrassen mit alten Häusern in einem typischen Baustil mit Balkonen, oft verlassen und zusammengebrochen. 

Bis ins 18. Jahrhundert hinein war das "Leimtal" oder "Laimtal" eine deutsche Sprachinsel, in der Zimbrisch, ein südbairischer Dialekt, gesprochen wurde.

Für ein Kartenwerk, das das Tal und seine Umgebung erschließen und auf neue Weise erlebbar machen soll, war ich eine Woche in Rovereto, habe auf zauberhaften kleinen Wegen die Flora erkundet, Salatkräuter gepflückt, alte Natursteinauern bewundert, Eidechsen, Vögel und wunderschöne alte Obstbäume gesehen.
      
      
Zurückgekommen bin ich mit einem kleinen Herbarium, vielen Fotos, Bildern aus alten Büchern und Erinnerungen an eine sehr schöne Woche, in der Urka, Giulias Hund uns überall begleitet hat. 

          

    
Rovereto
Rovereto ist eine hübsche kleine Stadt im Trentino, mit schöner Altstadt, einem hochkarätigen Museum für moderne Kunst (Mart), einem privaten Kaffeemuseum, einer schönen Buchhandlung, Marktplätzen und einem Haus, das dem futuristischen Künstler Depero und seiner Arbeit gewidmet ist. 

      

Buchhandlung piccolo blu